
22. Januar 2026
Burringurrah (Mount Augustus): der größte Monolith der Welt
Uluru (Ayers Rock) ist das Wahrzeichen des australischen Outbacks. Doch beileibe kein Monolith. Der versteckt sich – 2,5-mal größer – in Western Australias Wüstensteppe: Burringurrah aka Mount Augustus.
Nur langsam setzt sich im Bewusstsein – und der Werbung – die geologische Wahrheit durch: Uluru ist kein Monolith. Der weltberühmte Felsklotz ist nur die sichtbare Kuppe eines unterirdischen Gebirges, das sich über mehr als 50 Kilometer erstreckt. Der echte australische Monolith, zugleich der größte der Welt, ist Burringurrah (Mount Augustus). Acht Kilometer lang, drei bis fünf Kilometer breit rund 1106 Meter hoch erhebt er sich aus dem weiten Busch. Damit ist er 2,5-mal größer als die Ikone des Red Centre. Auch alterstechnisch schlägt er Uluru um Längen. Mit 2,5 Milliarden Jahren ist sein Sandstein dreimal so alt – und leuchtet nicht minder flammend im letzten Licht der Sonne.
Doch dieses Schauspiel erleben allabendlich nur die weidenden Rinder am Fuß des Felsens. Dass Mount Augustus zum neuen Hotspot aufsteigt, verhindert seine abgeschiedene Lage. Fast 500 Kilometer Schotterpiste trennen den Monolithen vom Highway der Westküste. Doch dafür darf man – anders als am Uluru, wo es ab 2019 verboten ist – den Monolithen auch erklimmen. In rund sechs Stunden schafft man es hinauf und runter vom Gipfel. Hin zum Start des Trails führt vom einfachen Buschcampingplatz in rund 20 Minuten der Loop Drive. Blaue Punkte auf weißem Grund, die gut sichtbar auf die roten Felsen mal geklebt, mal gemalt sind, weisen den Weg zur Spitze. Ein Picknicktisch mit Pausenbank, das Gipfelbuch und der obligatorische Steinhaufen, auf den jeder Wanderer einen Stein legt, warten oben. Und ein 360-Grad-Rundumblick über eine endlose Weite aus rotem Fels und niedrigem Busch. Der Gully Trail ist eine ebenfalls recht fordernde Variante des Summit Trails.
Der erste Nicht-Aborigine, der den Berg erklomm, war Francis Thomas Gregory (1821–1888). Er erreichte am 3. Juni 1858 während seiner 107 Tage langen Reise durch die Gascoyne die Spitze und benannte den Berg nach seinem Bruder Augustus Charles Gregory (1819–1905). Für die Aborigines ist Burringurrah ein versteinerter Wadjari-Junge. Der Jugendliche war vor dem schmerzhaften Initiationsritus der Ureinwohner geflohen. Auf seiner Flucht wurde ihm ein Speer durch die rechte Wade gejagt und der Jugendliche so gestoppt. Zur Strafe für seine Flucht wurde er getötet. Die Speerspitze, die den jungen Mann aufhielt, ist dort als Edney’s Knob verewigt.
Informationen:
- LAGE: 1100 Kilometer nördlich von Perth in der Pilbara
- ANFAHRT: von Carnavon: vom National Highway 1 auf der Carnarvon-Mullawa Road gen Osten bis Gascoyne Junction; dort gen Norden abbiegen auf die Cowra-Dairy Creek Road (480 Kilometer, unbefestigte Piste). Von Meekatharra: vom National Highway 95 gen Nordwesten auf die Landor-Meekatharra Road abbiegen (360 Kilometer, unbefestigte Piste)
- HINWEIS: Beste Reisemonate sind April bis Oktober.
- AKTIVITÄT: buschwandern
- UNTERKUNFT:
- Mount Augustus Tourist Park: Die Eigentümer der Rinderfarm, auf deren Gelände sich Mount Augustus befindet, betreiben auf der Nordseite einen Campingplatz mit Stellplätzen mit und ohne Strom, einigen Hütten, Zapfsäule und kleinem Shop; PMB, Meekatharra WA 6642,
mtaugustustouristpark.com
- Mount Augustus Tourist Park: Die Eigentümer der Rinderfarm, auf deren Gelände sich Mount Augustus befindet, betreiben auf der Nordseite einen Campingplatz mit Stellplätzen mit und ohne Strom, einigen Hütten, Zapfsäule und kleinem Shop; PMB, Meekatharra WA 6642,
Beitragsbild: Im Farbenrausch: das Outback zur Wildblumenblüte. Foto von Tourism Western Australia
Buchtipp: Australien - Der Westen - 50 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade
Der Westen Australiens lag bislang etwas abseits auf der touristischen Landkarte Australiens. Das lag nicht nur an der isolierten Lage, sondern auch an den hohen Preisen. Doch jetzt hat der abgekühlte Bergbau-Boom die Preise wieder normalisiert, gibt es erste Nonstop-Verbindungen in die Hauptstadt des Bundesstaats Western Australia und haben gelockerte Alkoholgesetze eine lebendige Restaurant- und Kneipenszene in Perth entstehen lassen. Doch auch an der Coral Coast, im Nordwesten und Südwesten, selbst im Outback der Goldfields tut sich einiges.
Dieses Buch stellt 50 Inseln und Berge, Nationalparks und Städte, Wanderziele und Erlebnisse vor, die keine Mainstream-Ziele sind, sondern Perlen für Individualisten: kleine Juwele, typisch, authentisch und garantiert abseits ausgetretener Pfade. Darunter sind echte Geheimtipps, die nur die locals kennen, Projekte von Aussteigern und Angebote von indigenen Führern. Lernen Sie mit unseren Tipps bei Ihrem Walkabout das echte, unverfälschte Western Australia kennen!
Über die Autorin:
Hilke Maunder, freie Journalistin, Redakteurin und Fotografin, lebt und arbeitet in Hamburg. Seit 1985 bereist sie regelmäßig Australien, seit 2001 ist immer ihre Tochter dabei. Kam sie früher Huckepack im Rucksack mit on tour, steuert sie heute mit dem Campervan durchs Outback und hin zu Zielen off the beaten track. Westaustralien ist jedes zweite Jahr mit dabei. Dort schätzt die Autorin besonders die grandiose Natur, die echten und authentischen Begegnungen mit Ureinwohnern und Zugereisten aus aller Welt – und die Tatsache, dass der Küstenstreifen noch nicht so urbanisiert ist wie im Südosten des Fünften Kontinents.
- Taschenbuch: 248 Seiten, 197 Fotos, 9 Karten
- Format: 16,5 x 11,5 cm
- Verlag: 360° medien; 2. Auflage 2026
- Preis: 16,95 €
- ISBN: 978-3-96855-666-6
Bestellungen im Buchhandel und im 360° medien-Onlineshop (innerhalb Deutschlands versandkostenfrei): 360grad-medienshop.de/Australien-Der-Westen








