Norwegen: Klosterinsel Tautra - Meditation, Nonnen und Seifen
Norwegen: Klosterinsel Tautra - Meditation, Nonnen und Seifen

11. Dezember 2025

Norwegen: Klosterinsel Tautra - Meditation, Nonnen und Seifen

Die Region um den Trondheimfjord galt im Mittelalter als prominenter Pilgerort und war viele Jahrhunderte ein bedeutsames Machtzentrum Nordeuropas, sodass man hier zahlreiche historische wie auch religiöse Relikte aus dieser Zeit entdecken kann – so wie die Klosterruine von Tautra.

Die Klosterinsel Tautra liegt abgeschieden, fast etwas versteckt im Schatten der Halbinsel Frosta im Trondheimfjord – eventuell ein Grund dafür, dass hier bereits im Jahr 1207 der Zisterzienser-Orden ein Kloster errichtet hat. Dessen Überreste kann man heute, neben vielen anderen interessanten Dingen, auf einem Abstecher in diese spirituelle Umgebung besichtigen. Dazu verlässt man die Europastraße 6 und folgt zunächst der Straße Frostavegen (Fv753) über die Halbinsel Frosta.

Damm nach Tautra. Foto von Cornelia und Sirko Trentsch

Was für ein Zufall, dass sich ein deutscher Tiefkühlkost-Hersteller ausgerechnet „Frosta“ nennt – gilt doch die norwegische Halbinsel Frosta aufgrund ihres besonderen Mikroklimas tatsächlich als der Gemüsegarten Norwegens. Und so stößt man während der Fahrt durch die Kommune Frosta unweigerlich auf einen der vielen Hofläden oder Gemüsestände am Straßenrand, die lokale landwirtschaftliche Erzeugnisse von absoluter Frische und bester Qualität offerieren. Eine gute Gelegenheit, um köstliche norwegische Produkte zu erwerben oder direkt vor Ort zu genießen: In der kleinen Bäckerei Arntzen Bakeri sollte man eine Pause einplanen und unbedingt die köstlichen Zimtschnecken probieren.

Hofverkauf Frosta. Foto von Cornelia und Sirko Trentsch

Im weiteren Streckenverlauf erreicht man den Damm Tautrabrua, der seit 1979 auf spektakuläre Weise die Klosterinsel Tautra mit Frosta verbindet. Ein Tor auf dieser einzigen Verbindung zum Festland soll übrigens verhindern, dass sich Wildtiere auf der Insel ansiedeln und das überaus reiche Vogelleben von Tautra stören. Dementsprechend markiert auch ein Turm für die Vogelbeobachtung das ausgewiesene Vogelschutzgebiet im Südwesten des Eilandes. Oberhalb davon liegt das neu errichtete, 2006 eingeweihte Tautra Marienkloster.

Kloster auf Tautra. Foto von Cornelia und Sirko Trentsch

In dem architektonisch preisgekrönten Gebäude aus Schiefer und Birkenholz leben und beten stark zurückgezogen um die 14 Nonnen des Trappistinnen-Ordens. Ihre Klosterkirche steht Besuchern rund um die Uhr offen und zu festen Zeiten kann man die Nonnen in ihren täglichen Gebeten begleiten. Ihren Lebensunterhalt bestreiten die Zisterzienserinnen hauptsächlich durch die Herstellung von zunehmend beliebten Kräutersalben und Seifen mit natürlichen Ingredienzen. In dem kleinen Klosterladen kann man all diese Produkte erwerben und auch mehr über das Kloster erfahren, in das man sich übrigens auch für eine längere Auszeit zurückziehen kann: „Zeit für Ruhe allein statt für geselliges Leben“ offerieren die Nonnen den längeren Aufenthalt bei ihnen. Ein verlockender Gedanke in einem lauten und hektischen Alltag …

Boutique vom Klostergården. Foto von Cornelia und Sirko Trentsch

Rund zwei Kilometer entfernt vom neuen Marienkloster findet man im Norden der Insel die Mauerreste der einst mächtigen Klosterkirche des mittelalterlichen Tautra-Klosters. In der Ruine finden heute gelegentlich Mitternachtsmessen oder stimmungsvolle Konzerte statt, so auch zum Mittelnorwegischen Gospelfestival, das regelmäßig auf Tautra veranstaltet wird. Ein Rundgang über das frei zugängliche Areal lässt die wechselhafte Geschichte der Region um den Trondheimfjord erahnen.

Teil der Klosterruine von Tautra. Foto von Cornelia und Sirko Trentsch

Unmittelbar neben den Ruinen kann man in den historischen Gebäuden des Klostergården aus dem 17. Jahrhundert übernachten, einkehren und im liebevoll eingerichteten Hofladen lokal produzierte, traditionelle Erzeugnisse oder das auf dem Hof gebraute Bier kaufen. Dabei hat man die Wahl zwischen rund 20 Biersorten, die allesamt mit viel Liebe, auf herkömmliche Weise und mit rein norwegischen Ausgangsstoffen auf dem Hof Klostergården hergestellt werden.

Wer sich hingegen aktiv betätigen möchte, kann einige Spaziergänge an der Küstenlinie unternehmen oder sich ein SUP-Board vom Anbieter Trondheim-Kajak ausleihen, um die Insel von der Wasserseite aus zu erkunden.

Informationen:
  • LAGE: Die Insel Tautra liegt im Trondheimfjord, rund eine Fahrstunde nördlich von Trondheim. Eine über zwei Kilometer lange Dammbrücke verbindet sie mit dem Festland.
  • EINKEHREN:
    • Im Klostergården kann man zu Mittag und zu Abend essen oder am Nachmittag einen Kaffee genießen; Klostergårdsvegen 90, 7633 Frosta, GPS: 63.583845, 10.623673
  • ÜBERNACHTEN:
    • Himmlisch nächtigen im historischen Klostergården; klostergardentautra.no
    • Øra Bobilcamping: bietet auf der Halbinsel Frosta direkt am Fjord rund 40 Wohnmobil-Stellplätze mit Strom sowie Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten an; Fv67 70, 7633 Frosta, GPS: 63.557064, 10.652990
  • WEBSITE: tautra.org

Beitragsbild: Am Strand der Insel Tautra. Foto von Cornelia und Sirko Trentsch

Buchtipp: Norwegens Norden - Kystriksveien und Helgeland - 50 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade

Im Herzen Norwegens, nördlich von Trondheim, schlängeln sich zwei imposante Straßen durch die weite Landschaft, auf denen Reisende ihren Zielen im Norden oder Süden des Landes entgegen streben: Die legendäre Europastraße 6 windet sich im Landesinneren, einigen Flussläufen folgend, über die Pässe des Saltfjellet, wo sie zugleich den Polarkreis überquert. Fast parallel dazu verläuft der Kystriksveien (Fv17) von Trøndelag entlang der zerklüfteten Küste mit über 14.000 vorgelagerten Inseln bis nach Bodø, dem Sprungbrett auf die Lofoten. Nicht ohne Grund wurde die atemberaubende Küstenstraße vom renommierten Magazin „National Geographic“ zu einer der 101 schönsten Landschaftsrouten der Welt gekürt.

Dieses Buch ist Ihr hilfreicher Begleiter auf Reisen durch diese Region, dient als Wegweiser zu wenig bekannten Orten für kleine und große Auszeiten sowie überraschende Entdeckungen entlang dieser Strecken. Lassen Sie sich inspirieren, die beiden Hauptverkehrsstraßen für spannende Abstecher, genussvolle Umwege, unvergessliche Inselbesuche und abenteuerliche Entdeckungen zu verlassen.

Über die Autoren:
Conny und Sirko Trentsch, wohnhaft an der Lübecker Bucht, sind 2018 aus ihren langjährigen Karrieren im Einzelhandel ausgestiegen, um sich fortan als Reisejournalisten, Fotografen und Autoren ihr unstillbares Fernweh nach dem Norden Europas von der Seele zu schreiben. Seither erkunden sie mit ihrem Wohnmobil ganzjährig die vielfältigen Landschaften Nordeuropas, um in überwältigenden Bildern und ebenso inspirierenden wie informativen Texten ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit vielen Lesern zu teilen – auf ihrer erfolgreichen Webseite Nordlandblog, in deutschen Magazinen sowie in diesem Buch, das eine Hommage an eine ihrer liebsten Regionen ist.

Stimmen zum Buch:
"Die detaillierten Beschreibungen und praktischen Hinweise machen es leicht, die vorgeschlagenen Ausflüge und Abstecher in die eigene Reiseplanung zu integrieren. Besonders hilfreich fand ich die genauen Angaben zu den besten Jahreszeiten für die Besuche der jeweiligen Orte sowie die Insider-Tipps, die weit über das hinausgehen, was man in herkömmlichen Reiseführern findet." www.mediennerd.de

  • Taschenbuch: 288 Seiten, 254 Fotos, 14 Karten
  • Format: 16,5 x 11,5 cm
  • Verlag: 360° medien; 2. Auflage (Juni 2025)
  • Preis: 16,95 €
  • ISBN: 978-3-96855-508-9

Bestellungen im Buchhandel und im 360° medien-Onlineshop (innerhalb Deutschlands versandkostenfrei): 360grad-medienshop.de/norwegens-norden