Bayern im Winter: Wild, ursprünglich und besinnlich

13. Oktober 2026

Bayern im Winter: Wild, ursprünglich und besinnlich

Der Bayerische Winter ist nicht nur besinnlich, sondern auch laut und wild. Wenn die Tage kürzer und die Temperaturen kühler werden, entsteht ein besonderer Zauber aus idyllischer Landschaft, kulinarischen Spezialitäten und traditionellen Klängen. Ob leise Zithermelodien in der warmen Stube, festliche Chorgesänge in der Kirche, ein internationales Musikfestival oder das kraftvolle Scheppern von XXL-Kuhglocken: Bayerns Winter hat viele Stimmen, die von regionaler Geschichte, gelebtem Brauchtum und der Freude am gemeinsamen Erleben erzählen.

Laute Tradition, um böse Geister zu vertreiben

Sobald die Nacht hereinbricht ziehen in Ostbayern und im Allgäu traditionell Gruppen durch die Orte, begleitet von durchdringendem Glockenläuten, Rufen und Peitschenknallen. Während in Ostbayern ein alter Hirtenbrauch mit großen Kuhglocken lebendig gehalten wird, ziehen andernorts teils von Kopf bis Fuß in Fell gehüllte Gestalten mit eindrucksvollen Masken und Hörnern umher, um böse Geister und die Schrecken des Winters zu vertreiben. Wer die Bräuche live erlebt, bekommt eine eindrucksvolle Seite des bayerischen Winters zu hören und zu sehen: wild, ursprünglich und außergewöhnlich.

Klausenlauf in Sonthofen. Fotograf: erlebe.bayern | Bernhard Huber

Im Bayerischen Wald ist das Wolfauslassen, auch Wolfaustreiben genannt, ein eindrucksvolles Beispiel. Der Hirtenbrauch geht auf eine Zeit zurück, in der noch Wölfe und Bären durch den Bayerischen Wald streiften. Zum Schutz der Herden wurden den Kühen große Glocken umgehängt, während die Hirten beim Abtrieb mit ihren Geißeln in die Luft schnalzten und damit einen weithin hörbaren Knall erzeugten. Bis heute wird die Tradition rund um den 11. November lebendig gehalten. Gruppen, die als „Wölfe“ bezeichnet werden, ziehen angeführt vom sogenannten Hirten mit ihren schweren Kuhglocken durch die Orte. Ihr Scheppern ist schon von Weitem zu hören und prägt die nächtliche Atmosphäre.
Im Allgäu setzt sich dieses Ritual im Dezember beim Klausentreiben fort, wenn Klausen und Bärbele durch die Dörfer ziehen. In Sonthofen und Umgebung lockt der für die Alpenregion prägende Brauch zahlreiche Zuschauer an. Am 28. November 2026 feiert der Klausenverein sein 50-jähriges Bestehen mit einem besonderen Klausen- und Krampusumzug, bei welchem zahlreiche Gruppen aus der Umgebung teilnehmen, und anschließender Feier am Marktanger.

Weitere Termine fürs Klausentreiben in Bayern:

  • Sonthofen: 5. & 6.12., jeweils ca. 18:30 Uhr
  • Immenstadt: 5. & 6.12., jeweils 19:00 Uhr
  • Burgberg: 5. & 6.12., jeweils 19:00 Uhr
  • Bad Hindelang: 5. & 6.12., jeweils 19:00 Uhr
  • Oberstdorf: 6.12., 19:00 Uhr
  • Gunzesried: 5.12., 18:30 Uhr

Wenn Klassik auf Pop, Jazz und Crossover trifft

Dass winterliche Musik in Bayern zu überraschen weiß, zeigt der Kissinger Winterzauber in Franken. Von 11.12.2026 bis 02.01.2027 bringt das internationale Musikfestival in Bad Kissingen unterschiedliche Stilrichtungen zusammen. Klassik trifft auf Pop und Jazz und schafft damit einen musikalischen Mix, der weit über traditionelle Weihnachtsmusik hinausgeht. Auf diese Weise entsteht ein Programm, das sowohl Liebhaber klassischer Musik als auch Fans moderner Stilrichtungen anspricht.

Besinnliche Kirchenkonzerte und gemütliche Stubenabende

Adventsszenen in Tegernsee. Foto: erlebe.bayern | Dietmar Denger

Eine stimmungsvolle Verbindung von Musik und Tradition erleben Besucher in Oberbayern. Beim Altöttinger Adventssingen am 05. Dezember wird die festlich geschmückte Basilika zum Konzertsaal. Vokal- und Instrumentalgruppen gestalten eine adventliche Stunde mit Chorgesängen, Alphorn- und Holzbläsern sowie traditioneller Saitenmusik. Die besondere Akustik des Kirchenraums und die unterschiedlichen Klangfarben machen das Adventssingen zu einem Erlebnis, bei dem bayerisches Brauchtum und vorweihnachtliche Besinnlichkeit zusammenkommen. Abseits großer Veranstaltungsorte gehört Musik im Winter vielerorts ebenso zum geselligen Miteinander. Bei Adventsveranstaltungen, Volksmusikabenden und in gemütlichen Stuben erklingen Zither, Hackbrett, Geige oder Gitarre. Gespielt wird dabei nicht nur für das Publikum, sondern häufig auch miteinander.

Weitere Informationen zur Kampagne „Bayern geHÖRT erlebt“ und zu weiteren Musik- und Tanzveranstaltungen in den Regionen unter www.365festival.bayern/. 

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Beitragsbild: Wolfauslassen in der Arberregion. Foto: erlebe.bayern | Peter von Felbert